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19.12.2001

Ich kaufe zwei Zeitschriften: Emma

...Gewalt ist männlich.

Warum wird das in kaum einer Analyse thematisiert? Und wenn ja, dann von "dieser Männerhasserin"?

 

und Lettre: Ich erhoffe mir Informationen, die über die Einheitsberichterstattung hinausgehen.

Was finde ich?

Kluge Artikel von klugen Männern. Ein einziger von einer Frau geschrieben - über die Ansichten eines Mannes.

Nirgends der Aspekt, dass der Terror ein männliches Phänomen ist.

 

Zürcher Tagesanzeiger vom 29.10.2001

Big Brother im Hauptbahnhof

  Die Veranstalter des "Kameratrackings" kritisierten den Trend zur zunehmenden Überwachung. Sie gaukle eine falsche Sicherheit vor und führe längerfristig zu einer Überanpassung an normiertes Verhalten. Allerdings sei man nicht generell gegen Videokameras, sagte Christoph Müller. Diese könnten sehr wohl auch der Sicherheit dienen, aber sie müssten sehr gezielt eingesetzt werden.

 

FR vom 26.10.2001

Uns selbst mit den Augen anderer sehen

Erstaunlich, wie bereitwillig man demokratische Freiheiten gegen das Versprechen der Sicherheit eintauscht.
Ein Brief aus den USA
Von Iris Marion Young

...Gewalt kann nur zerstören, sie führt nicht zu gemeinsamen Handlungen, um das Leben der Menschen zu verbessern. Dies ist der Zeitpunkt, meine ich, zu dem bescheidenen Geschäft zurückzukehren, über soziale Gerechtigkeit nachzudenken.  

Dalai Lama spricht sich für Dialog mit Terroristen aus

Er empfahl ein Gipfeltreffen von Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaftlern und Künstlern, um nach Lösungen für das Problem des Terrorismus zu suchen.

 

24.10.2001

ChaosComputerClub

der Hackerclub macht Kunst!
und stellt manches in den Schatten, was so als interaktive Kunst firmiert...

 

22.10.2001

Tagesanzeiger, Schweiz

Berlin ist elf Jahre nach der Vereinigung politisch fast so gespalten wie zu DDR-Zeiten, die PDS zur einzigen Interessenvertretung des Ostens geworden. Dass das so ist, liegt vor allem an ihrem charismatischen Spitzenkandidaten Gregor Gysi. Auch die bedrohliche Weltlage hat eine Rolle gespielt. Die PDS hat als einzige Partei die US-Einsätze in Afghanistan laut kritisiert,
ansonsten herrscht in der deutschen Politik diesbezüglich ein striktes Denk- und Frageverbot.

 

13.10.2001

Erich Böhme in der Sächsischen Zeitung

Ein Hauch von McCarthy  
Afghanistans Luft ist bleihaltig. Auch bei uns liegt Blei in der Luft, verbales.
. Eine Koalition der nationalen Einheit fordert die Unions-Vorsitzende Angela Merkel. Ihr Kollege Westerwelle von der FDP verdammt das "Parteiengezänk" aus dem Bundestag. Und der SPD-UvD Struck hält uns seit dem 11. September alle für Amerikaner. Das erinnert fatal an den markigen Spruch von Wilhelm zwei: "Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche." Diesmal mit der Variante: "Ich kenne nur noch Amerikaner." Und wer nicht bedingungslos für die ist, der ist gegen sie. Ich bin kein Amerikaner, und ich habe Angst, dass die gelegentlich bis aufs Blut gereizt - über ihr Ziel hinausschießen

11.10.2001

Friedmann-Schwarzer im ZDF

Chance vertan!  
Frau Schwarzer, warum haben Sie Herrn Friedmann nicht gesagt: Halten Sie mal die Luft an. Wollen Sie etwas wissen von dem, was cih denke, oder wollen Sie mich fertig machen? Zeigen Sie demokratisches Verhalten, das heißt: zuhören!
Herr Friedmann,

Sie sind ein so kluger Mann; Ihre geistige Brillianz ist normalerweise unschlagbar.
Wie kommt es, dass Sie jetzt derart in Schwarz-Weiß denken?

Frau Schwarzer,

warum haben Sie nicht gesagt: warum wollen Sie unbedingt eine schnelle Lösung?
Es gibt keine schnelle Lösung. Man kann nur langfristig denken.
Haben schnelle Lösungen jemals zum Ziel: Freiheit geführt? Versucht nicht Israel seit 50 Jahren, durch "schnelle Lösungen" Ruhe zu schaffen?
Die Welt ist ein überkomplexes System; und als solches ist sie von außen nicht steuerbar. Das geht nur von innen, dadurch dass jede und jeder seinen und ihren kleinen Beitrag leistet.
So kippt es irgendwann, und ein neuer Zustand wird erreicht.
Das beste Beispiel ist die DDR; niemand hat diesen Volksaufstand vorhergesehen, ja, noch nicht mal im bereich des Möglichen gesehen.

Niemand hat damit gerechnet.

Frau Schwarzer,

warum haben Sie so viel Angst vor 30 000 radikalen Islamisten und weiteren 100 000 Sympathisanten? Wäre die Bevölkerung nicht anfällig für radikale Ideen, nüssten sie in ihrer Ecke bleiben.

Diese spektakulären Einzelfälle können ihr Potenzial nur durch einen breiten stillen Widerhall entfalten. Und wenn dieser auch als sein Gegenteil daherkommt...

Frau Schwarzer,

es geht auch anders.

Die Schweiz hat auch ihr Desaster erlebt; in Zug, wo ich oft hinkomme. Dazu gab es auch noch die Swissair-Katastrophe.

"Keine Ordnung und keine Gesellschaft kann aber Racheakte oder Wahnsinnstaten vollständig ausschliessen...
Sicher ist: Schuldzuweisungen und Scharfmachereien, Hass und Hetze, Brandstiftungen und Brunnenvergiftungen, dürfen in diesem Land keine Zukunft haben. Andreas Iten sieht es so: Menschen vom Schlage des Zuger Amokläufers lassen sich dadurch leicht anstecken, finden «im Zynismus der Zeit keinen Widerstand gegen ihre schrecklichen Pläne.»"
Mehr Verständnis, Respekt und Geduld - Zuger Presse vom 8.10.

 

28. 09 2001

Ich habe meine Lieblingsfarben an.  

 

28. 09 2001

Die beiden Türme des WTC fielen in ich zusammen wie genau gesprengte Bauten. Experten sagen, dass ein Flugzeug ein solch präzises Zusammensacken nicht verursacht haben kann.

Warum hören wir davon nichts in den Medien?  
doch, hier: http://www.scientificamerican.com/explorations/2001/100901wtc/
 

hier untersuchenWissenschaftler die statischen Strukturen und den Einsturz: die Gravitation hat zu der Kettenreaktion geführt:

"a potential energy total of 1019 ergs (1012 Joules or 278 Megawatt-hours). That's about 1 percent of the energy released by a small atomic bomb."

 

Es kommt, es kommt!
Die beiden Hälften kommen endlich zusammen!

Mein Herz hüpft...

25. 09 2001

Storytelling
"Storytelling is the ultimate low-cost high-return technology." (Geschichtenerzählen ist die ultimative Technologie - wenig Einsatz - großer Gewinn)

Unternehmenskonzepte, die die Intuition integrieren
 

John Seely Brown :

"learning is less about absorbing information than it is about becoming part of a community"
  (beim Lernen geht es weniger um das Ansammeln von Informationen als vielmehr darum, Teil einer Gemeinschaft zu werden)
"Communicate intuitively:
We know more than we realize.

The role of tacit knowledge has become a major preoccupation because it is often the tacit knowledge that is most valuable."
 
  "Humans have told stories since the cave, and there is a resurgence of interest in the art among today’s business leaders. What is new is the purposeful use of narrative to achieve a practical outcome. In this seminar, four leading thinkers on knowledge management explain why storytelling will become a key ingredient in managing communications, education, training and innovation in the 21st Century."
("Menschen haben sich Geschichten erzählt, seit sie in Höhlen lebten, und das Interesse an dieser Kunst erwacht unter Managern neu. Was neu ist, ist die praktische Nutzbarmachung des Erzählerischen. In diesem Seminar erläutern vier führende Vordenker des Knowledge Management,
warum das Geschichtenerzählen eine Schlüsselrolle innerhalb der Geschäftskommunikation, Erziehung, Training und Innovation im 21 Jahrhundert einnehmen wird.")
Steve Denning :

Storytelling: The art of the springboard story

Hier erklärt Steve Denning näher, wie das Geschichtenerzählen als Sprungbrett zur Veränderung funktioniert.

Steve Denning war von 1996 - 2000 Direktor des Knowledge Management Programms der World Bank.

 

 

"We’re exploring the possibility that practical value might co-exist with genuine artistic integrity, something to get excited about. We want a century that is more responsive to modern life. We are not trying to impose a new kind of narrative logic and structure on an illogical world. Rather, we are trying to weave together the threads that will make the world better. Where science can make progress and make a useful contribution, that’s beautiful. Where it can’t it should step aside and let its sister contribute."
("Wir untersuchen die Möglichkeiten, wie sich praktischer Nutzwert und echter künstlerischer Ausdruck ergänzen können; etwas sehr Aufregendes.
Wir wollen ein Jahrhundert, das mit dem modernen Leben verantwortlicher umgeht. Wir wollen keine neue erzählerische Logik und Struktur in einer unlogischen Welt aufstellen. Vielmehr wollen wir die Fäden verknüpfen, die eine bessere Welt näherbringen. Wo die Wissenschaften Fortschritte machen können und einen nützlichen Beitrag leisten - wunderbar. Wo nicht, sollten sie zur Seite treten und ihre Schwester dranlassen.")

 

"About five years ago, in 1996, I found myself in a new situation where I had no hierarchical authority and where I needed to persuade the organization to make a major change. Suddenly, I found none of the stuff on which I had been relying worked any more – the analysis, the sharp distinctions, the mathematics, the quantification, the solid things like knowledge, the rational argument, the cerebral methods. None of these things seemed to work. I gave reasons to people, and they just didn’t listen.

And then I stumbled on something different. I found that
a certain sort of story had the power, not only to communicate a complex idea but also to launch people into rapid action."

...es gab eine bestimmte Geschichtenart, die nicht nur eine komplexe Idee rüberbringen, sondern auch, schnelles Handeln auslösen konnte.  

 

14. 09 2001
taz

Tausend Herzen tief

"Auch Dr. Motte musste irgendetwas machen und Zeichen setzen: Ein rührendes Happening auf dem Alexanderplatz"

ganz unprätentiös und unideologisch  

 

14. 09 2001

SCHILY CON CARNE
Wie einer auszog, Innenminister zu werden
Süddeutsche Zeitung vom 19.10.98 Feuilleton
Biografie

zdf-Forum
Schily in der Sendung "Berlin Mitte"
 

Ich sehe zufällig diese Sendung. Ich bin entsetzt. Einer, der einmal auf der Seite der - sogar militanten - AntiamerikanistInnen stand, und das zu einer Zeit und mit einer Öffentlichkeitswirkung, die nicht als Jugendsünde abgetan werden kann;
einer, dem angeblich das Recht über alles geht - dieser schneidet einem Herrn Bahr, einem durchaus bescheidenen, da kompetenten, viel wissenden Mann, derart das Wort ab; er verbietet ihm mindestens fünfmal, dass er Amerika jetzt nicht kritisieren dürfe!

Man nennt das übrigens Zensur. In unserem Grundgesetz steht, Herr Rechtsanwalt: "Eine Zensur findet nicht statt."

Egon Bahr ist Mitglied des Friedensforschungsinstituts sirpi.

Nein, das ist für mich nicht das Schlimmste in der ganzen Katastrophe. Die Menschenverachtung der Gewalttäter ist so verabscheuungswürdig wie deprimierend.

 

Dort hat man klare Fronten. Aber nagle einen Pudding an die Wand...

Radikalismus kann nicht ohne eine breite Basis gedeihen. Einzelne Extremtaten sind nur ein Auswuchs einer breiten unterschwelligen Stimmung, und der Riesenaufschrei und die Betroffenheitsmaschinerie dient nur zur Auslagerung der Gefühle, die man bei sich selbst nicht wahrhaben will.

Im Radio höre ich einen Sprecher: Angst sei die bevorzugte Gefühlslage der Deutschen. Das lässt meine Panik im Nu verfliegen!

Es stimmt: so richtig ich selbst fühle ich mich am meisten in einer solchen Katastrophensituation - nach 50 Jahren noch ein Erbe des Krieges?

LES EXTRÈMES SES TOUCHENT

Was verbindet Kanzler Gerhard Schröder (SPD) und Innenminister Otto Schily (SPD) mit dem Anwalt Horst Mahler (NPD)? Alle drei waren Anwälte, wurden Duzfreunde und streiten sich heute als politische Gegner. Anwalt Horst Mahler war einst ein linker RAF-Terrorist.

Heute ist Horst Mahler, 64, bei der NPD. Kanzler Schröder, 56, will sie verbieten lassen, und Innenminister Schily, 68, muss darüber möglicherweise mit Mahler vor Gericht streiten.

Heute sinniert Mahler

*über Schily: "Wenn ich heute sein Gesicht sehe, sage ich: Da ist was Fürchterliches passiert. Ich weiß nicht, was. Sein Gesicht ist eine Maske. Schily ist Machthaber geworden."

*über Schröder: "Es war Gerhard Schröder, der die Bomber gegen Belgrad schickte... Und es ist Joschka Fischer, der Madeleine Albright küsst."

   

 

  54. Filmfestival Locarno
Meine Lieblingsfilme:
 

"NABI"
von MOON Seung-wook

 

Am stärksten fand ich diese Szene: eine Geburt in den dröhnenden Wellen des Meeres.
Vergessen geht nicht: nicht in der persönlichen und auch nicht in der nationalen Geschichte.
Familiäre Bindungen knüpfen sich auch in den widrigsten Umständen.
Großartige Bilder von Gesichtern in Nahaufnahme, Gesichter, die viel gesehen und gelebt haben.

   
"BLACK BOX BRD"
von Andreas Veiel
 

Ein Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte des Terrorismus in der BRD. Langsam kann angefangen werden, darüber zu sprechen. Allerdings drücken sich viele - siehe Fischer, Schily; welcher auch in diesem Film an vorderster Front zu sehen ist.
Die Fronten zeigt dieser Film nicht eindeutig; er versucht die Schwarzweißmalerei aufzubrechen. Sehr nahe ging mir, wie die Personen wirklich von sich erzählen; wie dadurch etwas fassbar wird.

Ich versuche mir klar zu machen, was es damals bedeutet hätte, hätte man diesen engagierten, eine bessere Welt erstrebenden, fehlgeleiteten Leuten gesagt, dass 25-30 Jahre später sowohl der Innen- als auch der Außenminister der BRD aus ihren Kreisen käme!

12. August 2001
 

 

  Island 2001
 
  Nirgends kann man so frei reisen!
 

 

   
 
  Der Flieder blüht!

 

Aktuell in der Diskussion das Neue Buch von dem Neurobiologen Semir Zeki, der am 6. Mai den diesjährigen Preis der Betty und David Koetser Stiftung für Hirnforschung erhielt:

This book, by neurologist and vision scientist Semir Zeki is a daring attempt to link increased understanding of the brain and an understanding of aesthetic principles in the visual arts.

The basic arguments of the book are :

That the brain, and visual art, share the functionality of acquisition of knowledge of the world around us.

That visual artists, through an essentially experimental approach, create works that exploit particular features of specialised regions of the brain that are sensitive to specific visual stimuli.

That increased understanding of brain functions can lead to an increased understanding of the making and appreciation of visual arts.

"Inner Visions: An Exploration of Art and the Brain" by Semir Zeki
   
Frohe Ostern!
   
Wishbone-Rad des Lebens  
   
 
7. März 2001

zu sehen und hören in Hettenleidelheim!

 

mein neuer Fernseher!

 

1. März 2001

 

 

 

Pierre Bourdieu

"Ein zeitgenoessischer Kuenstler muss postkonzeptuell sein. Selbst wenn er neorealistisch malt, muss er wissen, warum."

"Es gibt auch nicht viele Kuenstler, die sowohl Träger einer intelligenten, nicht-naiven kritischen Sicht sind, und gleichzeitig Instrumente des Ausdrucks besitzen, die symbolische Kraft haben."

Interview von Isabelle Graw, The Thing, 1996

   
Die Charta 2000

"...sollte der Beginn einer großen gemeinsamen Anstrengung sein, Grundsätze für echte politische Alternativen zu einer neoliberalen Politik zu erarbeiten..." (Pierre Bourdieu)

 
Plädoyer für eine humane Wirtschaftspolitik Das erste Weltsozialforum Ende Januar im brasilianischen Porto Alegre hat als Gegengewicht zum Davoser Weltwirtschaftsgipfel eine neue Form der Globalisierung am Horizont auftauchen lassen. Und es hat gezeigt, dass durchaus solidarische Alternativen zu einem reinen neoliberalen Rentabilitätsdenken denkbar sind. Welthandel, Finanzinvestitionen und internationaler Warenverkehr müssen stärker auf die Bedürfnisse der Menschen und die Entwicklung der Weltgesellschaft ausgerichtet werden. Von RENÉ PASSET
25. Februar 2001

 

 
 

Amtsblatt der Gemeinde Hettenleidelheim vom 8. Februar 2001

 

 

Bilder! gebt uns die Bilder zurück!...Ich träume vom Symbol...das mich nicht loslässt, nach dem ich mich verzehre...Dies unsichtbare Ding, zum Greifen nahe und unirdisch zugleich...
 

 

aus: Botho Strauß: Wollt ihr das totale Engineering? Die Zeit 52, 20.12.2000

 



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